Biodiversitätskompass – Siemens-Gelände Karlsruhe
Naturnahe, biodiverse Grünflächen spielen in der heutigen Landschaftsarchitektur eine immer wichtigere Rolle – nicht nur für Tiere und Pflanzen, sondern auch im Hinblick auf den Klimawandel. Heimische Pflanzen, die optimal an die Standortbedingungen angepasst sind, benötigen weniger Wasser und fördern die Insekten- und Vogelwelt. Bereits bei früheren Umgestaltungen auf dem Siemens-Gelände wurden diese Prinzipien umgesetzt und die Flächen ökologisch und nachhaltig gestaltet. Einige dieser Flächen wurden durch die LRA PartGmbB gestaltet.
In dem hier vorgestellten Projekt wurden die Grünflächen auf dem gesamten Gelände in Karlsruhe ökologisch erfasst und beschrieben. Praktische Pflegehinweise helfen beim Erhalt der bestehenden Anlagen und beim Ausbau weiterer Flächen. Daraus entstand die Idee, alles in einer Publikation zusammenzufassen.
Gemeinsam mit Siemens Real Estate hat unsere Mitarbeiterin Fee Keppeler auf dem Siemens-Betriebsgelände in Karlsruhe die Grünflächen umfassend analysiert und detailliert erfasst. Jede Fläche wurde auf Lageplänen verzeichnet und in einem umfangreichen Buch von ca. 200 Seiten – dem „Biodiversitätskompass“ – vorgestellt, das die Besonderheiten, die Potenziale und konkrete Pflegehinweise zusammenführt. Biologische Gutachten sowie Empfehlungen zum Umbau und zur nachhaltigen Pflege stellen sicher, dass die Biodiversität gestärkt wird. Zusätzlich entstanden individuelle Pläne und Pflegetabellen für jede Fläche, um die nachhaltige Pflege langfristig zu sichern.
Ebenfalls Teil unserer Arbeit war die Gestaltung von Hinweistafeln auf dem Gelände für Mitarbeiter und Besucher. Eine Auswahl ist auf der rechten Seite zu sehen.
Das Projekt wurde im Rahmen einer offiziellen Präsentation mit Staatssekretär Herrn Dr. André Baumann MdL vorgestellt. Vertreter des Regierungspräsidiums Karlsruhe sowie der Siemens Betriebsleitung und des Siemens Real Estate Teams begleiteten den Termin ebenfalls, der neben Vorträgen auch einen Rundgang über das Gelände umfasste. Blühende Wildblumenwiesen, Steinriegel für Mauereidechsen, Nistkästen für Vögel und Fledermäuse sowie die Pflege durch Schafe zeigen, wie Industrie- und Gewerbeflächen zu lebendigen Lebensräumen werden können.
Das Projekt zeigt eindrücklich: Industrie- und Gewerbeflächen können mehr sein als funktionale Grünflächen – sie können Lebensräume für Tiere, Orte für Menschen und Werkzeuge für den Schutz unserer Umwelt sein.
















